Wer war der Buddha?

Der Buddhismus hat seinen Ursprung beim Buddha. Das Wort „Buddha" ist ein Titel und kein Eigenname. Es bedeutet „jemand, der erwacht ist" im Sinne von „wach geworden für die Wahrnehmung der Wirklichkeit". Erstmals wurde dieser Titel einem Mann gegeben, der vor 2500 Jahren als Siddharta Gautama in Nepal geboren wurde. Die Forschung datiert sein Geburtsjahr heute etwa auf das Jahr 480 v.u.Z. Siddharta Gautama behauptete nicht, ein Gott zu sein, und wurde von Buddhisten auch niemals als solcher betrachtet. Er war ein Mensch, der Erleuchtung erlangte und das Leben im tiefsten Sinne verstand.

Siddharta wurde in die Fürstenfamilie einer kleinen Adelsrepublik an der Grenze zwischen Indien und Nepal geboren. Der Überlieferung zufolge verbrachte er eine abgeschirmte und beschützte Jugend, die jedoch ein jähes Ende nahm, als er erkannte, dass das Leben auch Alter, Krankheit und Tod mit sich bringt. 

Die Erleuchtung

Siddharta Gautama verließ seine Heimat, um dem traditionellen Pfad des indischen Wanderasketen auf der Suche nach Wahrheit zu folgen. Unter Anleitung verschiedener Lehrer übte er Meditation und wandte sich später der Askese zu. Schließlich brachte ihn seine strenge Selbstkasteiung an den Rand des Todes - doch der Wahrheit schien er ebenso fern wie zuvor. Darum beschloss Siddharta, den Weg der Askese zu verlassen und stattdessen seinen eigenen Geist zu erforschen. Er ließ sich unter einem Feigenbaum nieder und gelobte „diesen Ort nicht zu verlassen, bis Erleuchtung errungen ist - und wenn das Fleisch dabei verdorrt, das Blut vertrocknet." Nach vierzig Tagen gelang Siddharta der entscheidende Durchbruch, und er wurde zum Buddha - einem Erleuchteten oder „Erwachten".

Buddhisten betrachten den Zustand der Erleuchtung als eine Seinsweise, die alles Weltliche übersteigt - eine transzendente Erfahrung. Mit ihr erwarb der Buddha ein tiefes Verständnis für das Gewebe des Lebens und damit auch für die Ursache menschlichen Leidens.

Im Laufe der weiteren 45 Jahre seines Lebens wanderte er durch weite Teile Nordindiens und lehrte andere Menschen seinen Weg zur Erleuchtung. Seine Lehre wird im Osten als Buddha-Dharma bezeichnet - als „die Lehre des Erwachten". Während er von Ort zu Ort zog, unterwies der Buddha zahlreiche Schülerinnen und Schüler, von denen viele Erleuchtung erlangten. Buddhas Schüler wiederum lehrten andere Menschen, und so wurde die Lehre in einer ununterbrochenen Kette bis zum heutigen Tag weitergegeben.

Der Buddha hat nie Anspruch auf Göttlichkeit erhoben. Er war ein Mensch, der sich durch ungeheure Anstrengung selbst veränderte. Buddhisten sehen ihn als ihr Ideal und als Lehrer, der den Weg zur Erleuchtung weist.

Was geschah nach dem Tod des Buddha?

In Indien starb der Buddhismus vor etwa tausend Jahren fast vollständig aus. Zuvor jedoch hatte er sich weit über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Im Süden fasste er in Sri Lanka und Südostasien Fuß, wo auch heute noch die Theravada-Form des Buddhismus vorherrscht. Im Norden breitete er sich nach Tibet, China, Japan und in die Mongolei aus. In diesen Ländern werden die Mahayana-Formen des Buddhismus praktiziert, die allerdings im vergangenen Jahrhundert unter den Kräften des Kommunismus und Konsumismus in Bedrängnis gerieten.

In den letzten fünfzig Jahren erfuhr der Buddhismus eine erstaunliche Wiederauflebung in Indien, wo etwa 30 Millionen Menschen zum Buddhismus konvertierten. Und auch im Westen ist der „Buddha-Dharma“ mittlerweile unübersehbar angekommen, wo sich Hunderttausende auf der Suche nach einem schlüssigen Wertesystem und einer zeitgemäßen Spiritualität zum Buddhismus hinwenden.

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